Über das Werk
„Rosi Basquiat“ fängt einen kippligen, verspielten Moment ein: der Hund erscheint kopfüber bzw. in einer verdrehten Lage, als sei er mitten in einer Bewegung eingefroren. Durch das Hochformat wird diese Drehung noch verstärkt – das Motiv wirkt, als würde es den Bildraum von unten nach oben „aufrollen“.
Die Linienführung ist schnell und skizzenhaft. Konturen sind nicht durchgezogen, sondern entstehen aus wiederholten Ansatzpunkten, Übermalungen und offenen Kanten. Der Körper wird weniger modelliert als gebaut: aus Farbflecken, rauen Übergängen und sichtbaren Pinselrichtungen. Rot-, Gelb- und Blaubereiche stehen in energischem Kontrast, während hellere Partien den Blick immer wieder auf Kopf und Augen ziehen.
Im Hintergrund arbeiten diagonale Farbbänder und verwischte Streifen gegen die Figur – nicht als Kulisse, sondern als Gegenbewegung. Dadurch entsteht ein Gefühl von Tempo und Reibung: Spieltrieb gegen Ordnung, Körper gegen Fläche. Kleine Spritzer und Abriebe geben dem Werk eine fast taktile Oberfläche.
So wird der Hund nicht verniedlicht, sondern als lebendige, eigenständige Energie gezeigt: neugierig, unberechenbar, wach. „Rosi Basquiat“ ist ein dynamisches Tierstück, das über Bewegung und Farbe erzählt – und dabei bewusst roh und direkt bleibt.
--- Künstlerin: carographic by Carolyn Mielke ---