Über das Werk
„Basil Linguine“ ist ein Statement über Überfluss, Überforderung und Spaß an der Überzeichnung. Das Gesicht ist frontal, die Augen weit geöffnet – ein Blick zwischen Schock und Performance. Aus dem Mund ziehen sich „Linguine“-Stränge als grafisches Motiv: gleichzeitig komisch, irritierend und extrem präsent. Damit kippt das Porträt bewusst ins Symbolische: Es geht nicht um Realismus, sondern um ein Bildgefühl, das sofort „knallt“.
Die Farbigkeit arbeitet auf Maximalspannung. Gelb, Rot, Türkis, Blau und Grün stehen in harten Kontrasten nebeneinander, oft ohne sanfte Übergänge. Diese Blockhaftigkeit erzeugt einen Pop-Rhythmus, während schnelle Linien und Richtungswechsel das Gesicht in Bewegung halten. Der Hintergrund bleibt hell und lässt die Neonfarben noch aggressiver leuchten – wie ein Scheinwerfer, der alles nach vorn drückt.
Materialität ist hier Teil des Humors: Die Pinselzüge sind breit und selbstbewusst, die Konturen werden nicht „sauber“, sondern expressiv gesetzt. Das macht die „Linguine“-Linien zu mehr als einem Gag: Sie werden zur zeichnerischen Spur, die durch den Bildraum führt und den Blick zwingt, der Bewegung zu folgen. So entsteht eine klare Raumwirkung – von den Augen über den Mund nach unten, wie ein visueller Sog.
„Basil Linguine“ ist ein Unikat mit Pop-Attitüde und malerischer Kraft: frech, laut, aber handwerklich bewusst gebaut. Als Original bringt es Energie in jede Sammlung – und bleibt im Kopf, weil es Humor und Spannung gleichzeitig hält.
--- Künstlerin: carographic by Carolyn Mielke ---