Über das Werk
„Uschi Basquiat“ zeigt eine Katze in demonstrativer Bequemlichkeit: der Körper liegt breit im Querformat, die Haltung wirkt lässig und ein wenig ironisch – als hätte das Tier den Bildraum selbstverständlich für sich beansprucht. Der Kopf ist leicht gedreht, der Blick trifft den Betrachter direkt; dadurch entsteht Nähe, aber ohne Niedlichkeit.
Der Hintergrund ist kein neutraler Raum, sondern eine Bühne aus Schichtungen: horizontale Verwischungen, raue Farbflächen und klare geometrische Einschnitte. Neonfarbene Diagonalen schneiden durch das Feld und bringen Tempo in die ruhige Pose. Die Konturen der Katze sind skizzenhaft, stellenweise bewusst „offen“ gelassen; das Fell entsteht aus gebrochenen Tönen, Kratzspuren, Sprenkeln und schnellen Überlagerungen.
Das Zusammenspiel aus Tiermotiv und urbaner Bildsprache erzeugt einen trockenen Witz: Ruhe im Körper, Lärm im Umfeld. Genau daraus entsteht der Reiz – ein Kontrast zwischen entspannter Selbstgewissheit und energetischem Farbrauschen. Die Malweise bleibt gestisch und roh, wodurch das Bild nicht illustrativ wirkt, sondern wie ein spontanes, selbstbewusstes Zeichen. „Uschi Basquiat“ ist damit weniger Haustierporträt als Charakterstück: cool, eigen, unangepasst – und sehr präsent.
--- Künstlerin: carographic by Carolyn Mielke ---