Über das Werk
„Hop in“ ist Tempo auf Leinwand. Das Gesicht füllt das Quadrat, übergroße Brillengläser spiegeln Lichtpunkte wie kleine Explosionen. Der Mund hält lässig eine Zigarette – ein Detail, das sofort Atmosphäre erzeugt: unterwegs, wach, ein bisschen überdreht. Hinter der Figur öffnet sich eine Landschaft mit Hügeln, Himmel und einer zweiten Gestalt im Auto. Dadurch bekommt das Porträt einen erzählerischen Hintergrund, ohne zur Szene zu werden: Alles bleibt auf die Präsenz im Vordergrund fokussiert.
Die Farbigkeit ist maximal: Türkis, Ultramarin, Rot, Orange, Pink und Neon-Gelb liegen in schnellen, deckenden Acrylflächen übereinander. Die Übergänge sind nicht „weich“, sondern als Kanten, Übermalungen und Richtungswechsel sichtbar. Genau das macht die Materialität zum Motor: Die Pinselzüge wirken wie Schub, die Farben wie Adrenalin. In den Gläsern und um die Augen sitzen harte Kontraste, die den Blick regelrecht nach vorne ziehen.
Kompositorisch stabilisiert Mielke das Chaos mit klaren Linien: Brillenrahmen, Hutkrempe und die Horizontzone im Hintergrund geben dem Bild Struktur. Gleichzeitig bleibt die Oberfläche offen und vibrierend – ein bewusstes „Zuviel“, das aber nicht kippt, weil die Werte (hell/dunkel) sauber gesetzt sind. Im Raum wirkt „Hop in“ wie ein sofortiges Conversation-Piece: aus der Distanz plakativ, aus der Nähe reich an Farbschichten und Richtungen. Als Original-Unikat ist es ideal für Sammler*innen, die Pop-Energie, Humor und eine klare, zeitgenössische Bildsprache suchen.
--- Künstlerin: carographic by Carolyn Mielke ---