Über das Werk
„Cardy“ verbindet Porträt und Spielsymbolik zu einer klar inszenierten Bildbühne. Die Figur sitzt frontal im Bild, hält Karten in der Hand, weitere Karten schweben im Raum, und der direkte Blick wirkt kontrolliert, ruhig und kaum lesbar. Dadurch entsteht eine deutliche Pokerface-Wirkung: Das Werk zeigt nicht nur ein Motiv mit Spielkarten, sondern eine Szene über Kontrolle, Risiko, Zurückhaltung und Selbstdarstellung. Gerade diese Verbindung aus kühler Bildordnung und latentem Spannungsmoment macht das Porträt eigenständig.
Die Farbpalette bleibt deutlich gebändigter als bei den neonlastigen Arbeiten. Blau, Violettblau, Türkis, Hautfarben und gebrochene helle Töne prägen Gesicht, Körper und Hintergrund. Dadurch entsteht eine kühle, konzentrierte Atmosphäre, die sehr gut zum Thema des Werks passt. Die Karten selbst sind grafischer und klarer behandelt als die Hautpartien, was den Kontrast zwischen Symbol und Körper noch verstärkt. Augen, Nase und Mund bleiben präzise gesetzt, während Haare und Schultern malerischer auslaufen. So bekommt das Bild zugleich Klarheit und Offenheit.
Wichtig für die Wirkung ist die Staffelung. Karten im Vordergrund, Figur in der Mitte und ein dunkler, von weißen Linien durchzogener Hintergrund erzeugen Tiefe, ohne einen erzählerischen Raum vollständig auszubauen. Die geschwungenen Linien wirken wie Spielfelder, Bahnen oder Umrandungen und stabilisieren die Komposition. Dadurch bleibt das Quadrat sehr geschlossen. Aus der Distanz liest sich „Cardy“ als ikonisches Pokerface-Porträt mit klarer Szene; aus der Nähe treten Pinselzüge, Schichtungen und die Wechselwirkung zwischen glatteren und offeneren Zonen stärker hervor.
Im Format von 100 x 100 cm besitzt „Cardy“ eine kontrollierte, markante Wandpräsenz. Das Werk funktioniert sowohl über Motiv als auch über seine kühle Farbarchitektur aus Blau, Violettblau und Hautfarben. Als Originalgemälde von carographic by Carolyn Mielke steht „Cardy“ für zeitgenössische Porträtmalerei in Acryl, die Spielkarten, direkten Blick und Pokerface-Spannung in einer klaren, sammelbaren Bildform bündelt.