Über das Werk
„Laguna Monet“ kreist um den Moment völliger Hingabe an ein Element, das trägt und zugleich alles Konturierte auflöst. Die Frau scheint nicht einfach zu liegen, sondern in der Wasseroberfläche zu schweben – halb im Licht, halb im Reflex. Der Körper zieht sich diagonal über das Hochformat, wie eine weiche Welle, die den Bildraum gliedert und in Bewegung hält. Arme und Beine bilden einen geschlossenen Rhythmus, der den Blick immer wieder zurück in die Mitte führt.
Die Malerei selbst arbeitet gegen jede Glätte. Dicke, pastose Acrylschichten, gespachtelte Strukturen und gebrochene Linien erzeugen ein vibrierendes Relief. Nichts ist sauber umrissen, vieles entsteht erst aus der Distanz: Gesicht, Schulter, Knie tauchen aus einem Geflecht von Blau-, Türkis- und Weißtönen auf. Anstelle eines klar definierten Wassers zeigt das Bild ein flirrendes Feld aus Farbe – näher an Erinnerung und Gefühl als an realistischer Abbildung.
Der Titel „Laguna Monet“ verweist auf die Tradition impressionistischer Wasserbilder, verschiebt sie aber in eine zeitgenössische, körperbezogene Perspektive. Licht wird nicht gemalt, sondern körperlich gespürt: als dick aufgetragene, fast skulpturale Farbmaterie, die über die Leinwand geführt und teilweise wieder abgekratzt wurde. In dieser Spannung zwischen kontrollierter Komposition und spontanen Setzungen entsteht eine fragile Balance.
Inhaltlich lässt sich die Szene als Moment zwischen Wachsein und Traum lesen. Die geschlossene Augenpartie, das leicht geöffnete Lächeln und die entspannte Hand über der Stirn deuten auf einen Zustand, in dem Schutz und Ausgesetztsein dicht nebeneinander liegen. „Laguna Monet“ erzählt von der Sehnsucht, sich tragen zu lassen – und von der Frage, wie viel Halt ein Körper im ständigen Fließen der Umgebung tatsächlich findet.
--- Künstlerin: carographic by Carolyn Mielke ---