Über das Werk
„Kopfsache“ baut seine Wirkung aus einer klaren Zweiteilung: Im unteren Bildbereich liegt ein doppeltes Gesicht in Grauwerten, entlang einer Mittelachse getrennt wie ein Schnitt. Die Augen sind realistisch modelliert und zugleich distanziert – ein Blick, der nicht erklärt, sondern standhält. Durch die monochrome Behandlung wirkt dieser Teil wie Erinnerung, Maske oder innerer Dialog.
Darüber kippt das Bild in eine zweite Energie: eine farbintensive Figur in Rot, Gelb und Blau, mit weit geöffnetem Mund und nach vorne drängenden Händen. Diese Geste ist körperlich und laut – sie schiebt sich fast in den Raum des Betrachters. Horizontale Streifen und „Störungen“ wirken wie Bildrauschen und verstärken das Gefühl einer medialen Überlagerung: Identität als Collage aus Rollen, Impulsen und Signalen.
Das große Hochformat (80 × 160 cm) verstärkt den vertikalen Spannungsbogen. Unten: Ruhe, Kontrolle, Selbstbeobachtung. Oben: Ausbruch, Dringlichkeit, Performance. In der Nähe tragen die Acrylschichten die Erzählung – deckende Passagen, harte Kanten, schnelle Übermalungen. Aus der Distanz wird die Komposition zu einem Statement-Piece, das den Raum eindeutig setzt. Als Original und Unikat eignet sich „Kopfsache“ für Sammler*innen, die Kontrast lieben: psychologische Tiefe mit poppiger Attacke.
--- Künstlerin: carographic by Carolyn Mielke ---