Über das Werk
„Lord of Landscapes“ ist ein Doppelporträt, das Zeit, Figur und Landschaftskultur in einer einzigen Fläche verschränkt. Zwei Gesichter – ein jüngeres und ein älteres – liegen eng übereinander und erzeugen dadurch einen starken Sog. Das Werk zeigt nicht einfach zwei Ansichten derselben Person, sondern macht Wandel, Haltung und Erinnerung sichtbar. Die beiden Köpfe sind nah genug verbunden, um als Einheit zu wirken, und doch weit genug verschoben, um Differenz und zeitliche Distanz spürbar zu halten.
Als Hommage an die Lausitz verweist das Werk auf historische Gartenkunst, Parklandschaften und architektonisch gedachte Bildräume. Die Arbeit nutzt diese Bezüge jedoch nicht als dokumentarische Illustration, sondern als malerische Verdichtung von Herkunft, Landschaft, kulturellem Gedächtnis und regionaler Identität. Dadurch entsteht ein Bild, das persönlich und ortsbezogen ist, ohne in bloße Heimatromantik zu kippen. Die historische Anmutung bleibt spürbar, wird aber in eine klar zeitgenössische Porträt- und Farbarchitektur überführt.
Der Hintergrund erweitert dieses Thema deutlich. Architektonische Raster, angedeutete Fassaden, Wasserflächen, Garten- oder Parkmotive und strengere Raumachsen bilden eine zweite Ebene, die weit über ein klassisches Porträt hinausgeht. Diese Elemente erscheinen nicht naturalistisch, sondern als Zeichen, Farbfelder und strukturierte Hinweise. Dadurch wirkt der Raum eher komponiert als abgebildet – fast wie ein mentaler oder kultureller Entwurf, der hinter der Figur aufscheint. Das verleiht dem Werk eine besondere Vielschichtigkeit.
Farblich bleibt „Lord of Landscapes“ vielstimmig. Türkis, Pink, Ocker, Grün und gebrochene helle Töne modulieren die Gesichter und die Raumzeichen, ohne den Zusammenhalt zu verlieren. Die Acrylschichten bleiben sichtbar, mit Kanten, Überlagerungen und bewusst roh gelassenen Übergängen. Gerade dadurch wirkt das Bild nicht glatt oder historisierend, sondern klar gegenwärtig. Die verschiedenen Ebenen – Gesicht, Raum, Zeichen, Farbe – sind nicht sauber getrennt, sondern greifen ineinander und halten die Komposition lebendig.
Im quadratischen Format von 100 x 100 cm besitzt „Lord of Landscapes“ eine starke ikonische Präsenz. Aus der Distanz wirkt das Werk als markantes Doppelbild, aus der Nähe als komplexes Geflecht aus Porträt, Landschaftscodes, Architekturfragmenten und malerischen Entscheidungen. Als Originalgemälde von carographic by Carolyn Mielke steht diese Arbeit für zeitgenössische Porträtmalerei in Acryl, die Heimatbezug, historische Gartenkunst, Parklandschaft und biografische Bildspannung in einer eigenständigen, vielschichtigen Form zusammenführt.